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Wie ich rote Beete als Snackfood lieben lernte


Für den Abend ist Netflix geplant, aber im Snackschrank gibt es absolut nix? Kein Problem, solange du einen Ofen hast.

von Patricia Naumann
20. Februar 2020 um 16:56
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Sonntagabend, ich habe richtig Bock auf Netflix und Chips, doch aus dem Snackregal gähnt es mir leer entgegen. Ein verzweifelter Blick in den Kühlschrank erhascht verschiedene Reste von Gemüse. Daraus könnte ich sicherlich ein leckeres Pfannengericht zaubern, das passt aber nicht zum Serienmarathon. Der Tipp, Gemüse roh zu knabbern, löst bei mir auch keine Begeisterungsstürme aus, schon einmal gar nicht bei roter Beete oder Pastinake. Diese winterlichen Wurzelgemüse habe ich vor allem, da ich auf saisonale Lebensmittel achte, allerdings muss ich zugeben, dass darunter auch meine am wenigsten geliebten Gemüsesorten sind. So vielseitig und süß Karotten für mich sind, so bitterer erinnert mich rote Beete an erdige Aromen und unappetitliche Salate aus der Schulmensa.

Mein letzter Hoffnungsfunke ist also meine Experimentierfreude. Vier Kartoffeln und gutes Olivenöl treibe ich noch auf und entscheide mich für selbst gemachte Chips. Mein felsenfester Glaube: Im Ofen wird mit dem richtigen Öl und guten Gewürzen noch alles lecker. Ofenkartoffeln und Ofengemüse haben mich noch nie enttäuscht und so schwer kann das in Chipsform auch nicht sein. Da ich es kaum aushalte, lasse ich meine Serie schon nebenbei laufen, so habe ich das Gefühl, zwei tolle Sachen gleichzeitig zu schaffen und beim Backen gibt es ohnehin sehr viel Wartezeit. Zur Resteverwertung hobele ich also mit dem Scheibenschneider meine dicksten Möhren, Pastinakenwurzel, Kartoffeln und auch die rote Beete. In einer Schüssel veredele ich meine Erdfrüchte mit Olivenöl, Paprikapulver, grobem Salz und getrocknetem Rosmarin vom Sommer. Die größte Fehlerquelle bei den DIY-Chips ist die Ungeduld. Auf dem Backblech müssen alle Scheiben getrennt von einander liegen, sie dürfen sich berühren, aber nur geringfügig überlappen, da sie sonst ineinander matschen. Auf 220°C backe ich das Gemüse auf 2 Blechen parallel etwa 15 Minuten lang. Dabei öffne ich zwischendurch zwei Mal den Ofen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, die zarten Gemüsescheiben gewendet werden können und ich sie im Auge behalten kann, damit sie nicht zu knusprig werden, ihr wisst schon.

Nach 15 Minuten sind die Chips auf etwa ein Viertel ihres Volumens heruntergeschrumpelt, besonders die Karottenscheiben sind schockierend klein geworden. Während ich sie in meine Snackschüssel schütte, kann ich ihre Knusprigkeit beim aneinander purzeln sogar hören. Sobald die beiden Bleche erneut mit saftigen Scheiben belegt sind, kommen sie in den heißen Ofen, den ich nun auf 200°C herunter stelle. Jetzt zahlt sich die Arbeit, die vor allem das Hobeln bereitet hat, endlich aus. Ich netflixe weiter in der duftenden Küche, probiere meine Gemüsechipsmischung und bin völlig von den Socken. Die rote Beete schmeckt mir doch tatsächlich am besten. Durch die Ofenröstung hat sie ihr süßes Potenzial entfaltet und harmoniert hervorragend mit der salzigen Würzung. Auch die geschrumpften Karotten sind fantastisch und die Pastinake punktet mit einer milden Note. Schön abwechslungsreich und frisch ist das Ergebnis meines Experiments, mit dem ich sehr zufrieden bin. Das funktioniert bestimmt auch mit Grünkohl und Kohlrabi. Gleichzeitig habe ich noch eine weitere Rezeptidee für das Mittagessen am nächsten Tag: Ofengemüse, dieses Mal natürlich auch mit roter Beete.

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