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DIY Pilzzucht


So werdet ihr zu Pilzbauern im Homeoffice

von Patricia Naumann
06. Juli 2020 um 14:31
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Für mich sind Pilze mehr als eine leckere Zutat in deftigen Gerichten. Im Herbst versuche ich sie bei jedem Waldspaziergang aufzuspüren. Jedes Mal bin ich wieder erstaunt über ihre unfassbare Vielfalt. Für das Pilzesammeln habe ich mir bereits Bestimmungsbücher besorgt. Doch neben den Pilzwanderungen im Herbst konnte ich mir jetzt die Pilzvorfreude direkt nach Hause holen. Die Pilzbrut von Hawlik stellt viele Varianten für die Anzucht im eigenen Garten oder auf dem Balkon bereit. Nicht jeder hat einen Garten mit schattigen Orten. Zum Glück gibt es auch Fertigbrutkartons für den Anbau auf dem Balkon oder in der Wohnung.

Für den ersten Versuch habe ich die Shiitake-Box ausprobiert, die bei mir schon mit kleinen sprießenden Fruchtkörpern ankam, da der Pilz durch das Rütteln beim Transport dazu angeregt wird, diese auszubilden. Die Fruchtkörper sind dazu da, die Pilzsporen zu verbreiten und dienen uns als Lebensmittel. Wir essen also nicht den Pilz an sich, der befindet sich in breiten Netzwerken, Myzel genannt, unter der Erde oder im Holz. Wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind, kommen die Fruchtkörper zum Vorschein, an denen wir die Art des Pilzes erkennen können.

Meine erste Brut habe ich auf einen großen Teller gestellt und mit der mitgelieferten Folie abgedeckt, um die Feuchtigkeit zu bewahren. Einmal täglich muss die Mini-Farm gelüftet werden, da Sauerstoff ebenfalls wichtig für das Wachstum der Fruchtkörper ist. Die Shiitake-Pilze sind sehr schnell gewachsen und ich konnte nach einer Woche bereits eine tolle Ernte erzielen. Ich habe sie im Ofen bei niedriger Temperatur getrocknet. Aus den trockenen Pilzen mache ich gerne eine Basis für vegetarische Brühe, als Einlagen für Suppen und Gemüsepfannen oder sogar als Chips! Das schnelle Wachstum hat mich wirklich begeistert und nach einer Erholungsphase von vier bis sechs Wochen hoffe ich auf weitere Wachstumswellen. Pro Box sollen wohl bis zu fünf Ernten möglich sein.

In einem weiteren Versuch habe ich Austern- und Limonenseitlinge bestellt, die sich beide in einem geschlossenen Karton befinden. Diesen muss man nur anschneiden und ritzt somit auch die innenliegende Folie ein, woraufhin sich der Pilz im Substrat ausbreitet. Den Karton braucht man nicht zu lüften oder zu befeuchten. Ganz ohne weitere Arbeit habe ich nach 4 Wochen kleine Köpfchen aus den Einschnitten kommen sehen. Danach wuchsen sie schnell zu großen, schönen Fächern heran. Sobald die Pilzkappen fast vollständig geöffnet sind, können sie geerntet werden. Am Rande der Kartons sammeln sich auch die weißen Pilzsporen an, sodass man darauf achten muss, dass man die Box nicht auf empfindliche Flächen stellt. Ein schattiger Platz auf dem Balkon oder ein gut belüftetes Zimmer bieten sich wunderbar an, da auch Licht bei diesen Pilzen eine Rolle für das Wachstum spielt.

Das Heranziehen von eigenen Pilzen ist wirklich super für Pilzenthusiasten, die sie gerne verkochen und sich auch am eleganten Aussehen erfreuen können. Auf der Seite von Hawlik gibt es auch Videoanleitungen und viele Tipps zur Anzucht. Es ist ein tolles Küchenhobby, das etwas Geduld erfordert. Ähnlich wie beim eigenen Anbau von Obst und Gemüse kann man auch hier nicht erwarten, dass man wochenlang satt wird. Ich werde dennoch meine Pilzzucht fortführen. Mein nächstes Projekt werden Champignons sein, die für ihr Wachstum allerdings eine maximale Raumtemperatur von 17 Grad benötigen, was im Winter und Frühjahr für Pilzfreuden außerhalb der Sammelsaison sorgen wird.

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