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Kann ich das essen?

Kann ich das essen?

Neu: Allergen-Hinweis unter jedem Rezept.

Colin Sobtzick 05. August 2026 3 Min. Lesezeit
KI-generierte Illustration
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Wer eine Allergie hat, liest ein Rezept anders als alle anderen. Die erste Frage ist nicht „wie geht das?“, sondern „kann ich das überhaupt essen?“. Bisher hieß die Antwort bei uns: siebzehn Zutaten einzeln durchgehen und hoffen, nichts übersehen zu haben. Ab sofort steht sie direkt unter dem Rezept.

Was jetzt unter jedem Rezept steht

Zwischen dem Teilen-Bereich und den Schlagworten findest du eine neue Zeile: „Mögliche Allergene:“, dahinter Tags mit dem, was wir in der Zutatenliste gefunden haben – zum Beispiel Gluten, Eier oder Milch. Daneben steht ehrlich dabei, dass die Angaben automatisch erkannt wurden und ohne Gewähr sind. Ein Klick auf „mehr erfahren“ klappt die ausführliche Erklärung auf. Wer direkt hinspringen will, nutzt die Sprungmarke „Allergene“ oben in der Fakten-Zeile am Titelbild.

Der Block erscheint auch dann, wenn wir nichts gefunden haben. Dann steht dort, dass keines der 14 EU-Hauptallergene automatisch erkannt wurde.

Das ist Absicht. Ein fehlender Hinweis ließe sich sonst als „garantiert allergenfrei“ lesen – und genau das wäre die eine Aussage, die wir nicht treffen können.

Um diese 14 geht es

Der Gesetzgeber hat 14 Hauptallergene definiert, nachzulesen in der LMIV, Anhang II: Gluten, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Sulfite, Lupinen und Weichtiere. Kennzeichnen muss sie, wer Lebensmittel abgibt – Gastronomie und Handel. Ein Rezept-Blog wie wir muss das nicht. Wir machen es trotzdem, weil die Information ohnehin in jeder Zutatenliste steckt. Sie war nur bisher nicht auf einen Blick zu haben.

Wie wir erkennen – ganz ohne KI

Das war eine bewusste Entscheidung. Hinter dem Hinweis stehen gepflegte Wortlisten statt eines Sprachmodells: nachvollziehbar, jederzeit korrigierbar, bei gleicher Zutat immer gleiches Ergebnis. Drei Mechanismen greifen ineinander:

  • Trigger-Wörter lösen einen Treffer aus. Aktuell 135 Begriffe – Sahne, Quark und Butter führen alle zu Milch.
  • Ausnahme-Wörter verhindern Fehlalarm. Aktuell 28 Stück: Mandelmilch ist kein Milch-Allergen, Kokosmehl kein Gluten.
  • Negations-Erkennung respektiert, was dasteht. Glutenfreies Mehl löst keinen Gluten-Hinweis aus.

Dazu kommt eine Watchlist mit neun Verbundzutaten – Zutaten, deren Allergene man dem Namen schlicht nicht ansieht. Sojasauce enthält meist Weizen, Worcestersauce Sardellen, Mayonnaise Ei, getrocknete Früchte oft Schwefel. Statt zu raten, bekommst du hier einen eigenen Hinweis.

Milch ist nicht gleich Laktose

Eine Feinheit, die oft durcheinandergeht: Das Allergen heißt Milch und meint das Milcheiweiß. Laktoseintoleranz ist etwas anderes – eine Unverträglichkeit gegenüber dem Milchzucker. Beides landet in derselben Kategorie, verhält sich aber unterschiedlich. Halloumi zum Beispiel ist wegen seiner kurzen Reifung nicht laktosefrei, es gibt ihn aber laktosefrei zu kaufen. Als Milch-Treffer bleibt er in beiden Fällen stehen.

Was der Hinweis nicht leistet

Das ist uns wichtiger als die Feature-Ankündigung. Der Abgleich kennt nur den Rezepttext. Er weiß nicht, was in der Brühe steckt, die du benutzt. Er kann nicht beurteilen, ob in deiner Küche Spuren von Nüssen in die Schüssel geraten – bei Zöliakie ist genau das oft die entscheidende Frage. Und bei Fertigprodukten bleibt die Zutatenliste auf der Verpackung maßgeblich, weil Rezepturen sich ändern und Marken sich unterscheiden. Kurz: Der Hinweis ist ein Startpunkt, keine Freigabe.

Drei Rezepte, drei Fälle

Am besten siehst du das an konkreten Rezepten. Die Teriyaki-Karotten zeigen den Watchlist-Fall: Sojasauce, Weizen inklusive. Beim Hummus steckt das Allergen im Tahini – Sesam, ohne dass irgendwo Sesam auf der Zutatenliste steht. Und die Halloumi-Fries liefern den Milch-Treffer, bei dem das Wort Milch nirgends auftaucht.

In der Kürze liegt die Würze

  • Unter jedem Rezept steht jetzt, welche der 14 EU-Hauptallergene in der Zutatenliste stecken.
  • Erkannt wird über gepflegte Wortlisten statt KI – nachvollziehbar und jederzeit korrigierbar.
  • Kreuzkontamination und verarbeitete Zutaten kann kein Textabgleich erfassen: eigene Prüfung bleibt Pflicht.

Die passenden Rezepte:

Dip

EinfachEinfach
Gesamtzeit5 Minuten
VeganVegan
Schnell

EinfachEinfach
Gesamtzeit20 Minuten
VegetarischVegetarisch